Schloss Nymphenburg

Hier erblickte ich am 25. August 1845 im Grünen Salon die Welt und tags darauf wurde ich im Steinernen Saal getauft. Meine Eltern, Maximilian II. Joseph von Bayern und Marie von Preußen, waren überglücklich und ließen München von meiner Geburt mit 101 Kanonenschüssen wissen. Das war ein Ereignis ganz nach meinem Geschmack.

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Residenz München

In der Residenz wohnte ich während meiner Kindheit meist in den Wintermonaten, während wir die Sommer auf Schloss Nymphenburg oder auf unseren ländlichen Familiensitzen verbrachten: Schloss Hohenschwangau, die königliche Villa bei Berchtesgaden am Fuß des Fürstensteins oder Schloss Berg. Mit der Residenz bin ich nie so richtig warm geworden, aber das liegt sicher nicht an mangelnder Imposanz.

Hohenschwangau und Neuschwanstein

Von dieser Burg, von diesem Schloss träumte ich schon als kleiner Junge, als ich durch die gegenüberliegenden Hügel streifte. Es ist die Manifestation meiner Ritterburgfantasien und Wagner-Opern-Mythen. Nur für mich sollte sie sein! Und doch drang das gewaltige Flüstern der Zeit an meine Ohren, Neuschwanstein wurde nach meinem Tod zum weltberühmten Märchenschloss.

Schloss Linderhof

Meine liebster Ort: Schloss Linderhof, erbaut zwischen 1874 und 1879. Es war das einzige Schloss, das ich fertigstellen konnte. Und ich habe sogar die letzten acht Jahre meines Lebens dort verbracht. Verglichen mit meinen beiden anderen Monumentalwerken nimmt sich Linderhof bescheidener aus, man könnte es eher als Königliche Villa bezeichnen. Wer einmal im Mondschein in der Venusgrotte weilen kann, wird verstehen, warum mir Linderhof so ans Herz gewachsen ist.

Königshaus am Schachen

Nun, ein König muss schließlich hoch hinaus! Von außen ist das Königshaus etwas unscheinbar – ich habe auch versucht, mich vor diesen neugierigen Schreiberlingen bedeckt zu halten – aber innen: Ein Märchen wie aus 1001 Nacht! Hier habe ich meine Geburtstage gefeiert, inmitten orientalischer Mythen, was habe ich es geliebt ...

Festspielhaus Bayreuth

Bayreuth war seit 1871 der Ort für Richard Wagners Festspiele, dort befand sich bereits das prunkvolle Markgräfliche Opernhaus. Aber für sein Theater war es zu klein und so musste es ein eigenes Festspielhaus sein.

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Schloss Herrenchiemsee

Lange hatte ich nach einem Ort für meine Version von Versailles gesucht. Zuerst wollte ich meine Vision im Ettal, wo ich schließlich Linderhof plante, verwirklichen. Aber dort war es zu eng! Was ich doch für ein Glück mit der Insel Herrenchiemsee hatte. 1873 habe ich sie kurzerhand gekauft, denn die Insel schien mir ideal. Wie sagt man: Lage, Lage, Lage! Und du musst zugeben: Das Schloss ist mehr als beeindruckend geworden, oder?

Starnberger See, damals Würmsee

So viele Verbindungen in meinem Leben zum Würmsee: Und ausgerechnet in ihm bin ich am 13. Juni 1886 ertrunken. Oder doch nicht? Das Spekulieren überlasse ich euch ... Am Ufer liegt mein kleines Schloss Berg, das mit vielen Kindheitserinnerungen aufgeladen ist. Und auf der Insel Würth – heute als Roseninsel bekannt – bin ich mit meiner Cousine Sisi unseren Träumen nachgegangen. Ich glaube, wir beide fühlten uns frei wie sonst kaum. Heute erinnert die kleine Votivkapelle an mich an diesem wunderschönen See.

Ich bin Ludwig II. – König von Gottes Gnaden

Am 25. August 1845 kam ich auf die Welt – natürlich auf einem Schloss, Nymphenburg, weil man das so macht, wenn man Wittelsbacher ist. Mein vollständiger Name lautet Otto Friedrich Wilhelm Ludwig, aber Ludwig hat sich dann durchgesetzt. Danke, Großvater Ludwig!

Meine Kindheit war eigentlich ganz in Ordnung. Sommer auf dem Land, Bergtouren mit Mutter Marie und Bruder Otto. Mein Vater Maximilian II. war meistens irgendwo in Italien oder Griechenland zur Kur – und wenn er mal da war, fand er mich zu empfindsam. Mir war er zu pedantisch. Wir kamen nicht so gut miteinander aus. Mit Großvater hingegen war es schön – der mochte mich. Leider redete er mir später dauernd in die Politik rein, was ich dann doch weniger schätzte.

Mit 18 wurde ich über Nacht König, weil mein Vater 1864 unerwartet starb. Kein Studium in Göttingen, kein Weiterlernen.

Als König machte ich meine Sache ... nun ja, gemischt. Die Akten unterschrieb ich fleißig – über 100.000 Mal, man glaubt es kaum. Paraden, Empfänge und Staatsbesuche hingegen mied ich, wo es ging. Auf dem Oktoberfest war ich ganze fünfmal in 22 Jahren. Man könnte sagen, ich war kein Volksfest-Typ.

Verlobt war ich kurz mit meiner Cousine Sophie Charlotte – gute Sängerin, und Wagner-Enthusiastin wie ich, aber ich konnte sie schlicht nicht heiraten, weil ich nicht genug für sie empfand. Unverheiratet blieb ich dann für immer.

Meine engsten Vertrauten? Richard Wagner – quasi mein künstlerischer Ersatzvater, dem ich großzügig Geld und eine Anstellung schenkte. Und seine spätere Frau Cosima, mit der ich endlos Briefe schrieb. Und ja, meine Cousine Sisi, eine Seelenverwandte. Ansonsten hatte ich viele männliche Freunde aus allen gesellschaftlichen Schichten – Reitknechte, Schauspieler, Kammerdiener. Was genau diese Freundschaften bedeuteten, darüber wird bis heute spekuliert. Ich sage dazu nichts, oder vielleicht doch?

Mein Bruder Otto verlor leider seinen Verstand. Er wurde nach und nach isoliert und landete schließlich in Schloss Fürstenried. Als ich 1886 unter ungeklärten Umständen im Würmsee ertrank, wurde er formal König – allerdings sofort für regierungsunfähig erklärt. Ein trauriges Ende für uns beide.

Was bleibt? Meine Schlösser für die Ewigkeit. Und das Rätsel, das ich für ewig bleiben wollte ...

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